Kapitel 6 – Zwischen Angst und Vertrauen
Die Tage nach dem Vorfall auf dem Flur vergingen langsam, fast z?h.
Jayden versuchte, den Alltag wie gewohnt zu meistern, doch tief in seinem Inneren wuchs eine Unruhe, die ihn nicht loslie?.
Immer wieder glaubte er, Akiras Blick zu spüren – in der Bibliothek, auf dem Campus, manchmal sogar abends in seinem Zimmer.
Sein Herz raste jedes Mal, wenn sein Handy vibrierte.
Doch egal, wie oft er die Nachrichten l?schte, das Gefühl blieb:
Akira war noch da.
Irgendwo.
Und er wartete.
Chen bemerkte die Ver?nderung sofort.
Jayden lachte weniger. Er war stiller geworden, wich Gespr?chen aus.
Eines Abends standen sie gemeinsam in der Küche. Chen stellte den Topf mit Tee ab und sah ihn ruhig an.
?Du schl?fst kaum noch, oder?“
Jayden wich seinem Blick aus.
?Es geht schon.“
?Nein. Es geht nicht.“
Chen trat n?her. Seine Stimme war leiser, aber fester.
?Ich sehe, dass du Angst hast. Sag mir, was passiert ist.“
Einen Moment war es still. Nur das Ticken der Uhr füllte den Raum.
Dann brach es aus Jayden heraus – die Nachrichten, die Begegnungen, das Gefühl, verfolgt zu werden.
Chen h?rte zu, ohne ihn zu unterbrechen.
Mit jedem Wort wurde sein Blick dunkler. Entschlossener.
?Ich werde das nicht zulassen“, sagte er schlie?lich. ?Er wird dich nicht weiter bedr?ngen.“
Jaydens Kehle schnürte sich zu.
?Ich will keinen ?rger machen. Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein.“
Chen hob die Hand und legte sie sanft an Jaydens Wange.
Er zwang ihn nicht grob, aber bestimmt, aufzusehen.
?Jayden, h?r mir zu. Du hast das Recht, dich sicher zu fühlen. Niemand darf dir Angst machen.“
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Jaydens Herz pochte so laut, dass ihm schwindlig wurde.
Chens N?he, seine W?rme – sie vertrieben den Sturm in ihm für einen flüchtigen Moment.
Er wollte etwas sagen.
Doch die Worte blieben stecken.
Am n?chsten Tag traf er Akira erneut.
Auf dem Campus. In einer schmalen Seitengasse zwischen zwei Geb?uden.
?Du hast mich ignoriert“, sagte Akira leise. Sein L?cheln war kalt. ?Das war ein Fehler.“
Jayden wich zurück.
Doch Akira trat n?her und griff nach seinem Arm.
?Lass mich los!“
Seine Stimme zitterte.
Und dann—
Chen.
Er hatte den Ruf geh?rt. War sofort gerannt.
In einer einzigen Bewegung stellte er sich zwischen sie, packte Akiras Handgelenk und drückte es entschlossen weg.
?Er hat dir gesagt, du sollst ihn in Ruhe lassen“, sagte Chen ruhig.
Zu ruhig.
Akira funkelte ihn an. Seine Fassade begann zu br?ckeln.
?Du glaubst, du kannst ihn beschützen?“
?Ich werde es tun.“
Ein Moment voller Spannung.
So dicht, dass Jayden kaum zu atmen wagte.
Schlie?lich riss Akira sich los und ging.
Doch sein Blick blieb – unausgesprochene Drohung.
Jayden stand zitternd da.
Chen drehte sich sofort zu ihm um.
?Hast du dich verletzt?“
Jayden schüttelte den Kopf.
Seine Augen füllten sich mit Tr?nen – Erleichterung. Angst. Und etwas Tieferes, das er nicht benennen konnte.
Chen z?gerte nicht.
Er zog ihn wortlos in seine Arme.
?Ich bin da“, flüsterte er.
Und diesmal hielt Jayden sich nicht zurück.
Seine Schultern bebten. Die Anspannung der letzten Tage brach aus ihm heraus.
Er klammerte sich an Chen, als w?re er der einzige feste Punkt in einer Welt, die sich zu schnell drehte.
Es war der Moment, in dem Jayden begriff:
Vertrauen ist nicht laut.
Es ist still.
N?he braucht keine gro?en Worte.
Und sein Herz hatte l?ngst entschieden, wem es geh?rte.

